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iffr2008: George A. Romero’s Diary of the Dead

George A. Romero’s Diary of the Dead (2007, USA): Ich war etwas überrascht, ich hatte nicht so gut ins Festivalprogramm geschaut und war davon ausgegangen, dass dieser Film eine Doku über das Werk von Zombiefilmer George Romero ist. Aber nee, es ist ein als Dokumentarfilm aufgemachter Zombiefilm. Nach REC jetzt schon der zweite, den ich auf diesem Festival gesehen habe.

REC ist der ungestüme kleine Bruder von diesem Film, der eine viel reifere “ich hab schon alles gesehen”-Position einnimmt. Es geht wie immer bei Romero um den Ausbruch der Zombieseuche, diesmal aus der Sicht von ein paar College-Studenten, die gerade dabei sind einen Horrorfilm zu drehen. Mit ihren Filmkameras bewaffnet begeben sie sich auf die Flucht.

Eigentlich ist es ein Horrorfilm über Horror. Also er versucht beides zu sein, sowohl ein Film, der uns erschrickt, als auch ein Film, der versucht unsere Faszination für das Schreckliche zu erklären.

Sehr unterhaltsam, auch wenn, oder vielleicht gerade weil am Ende der Horrorfilm und nicht das Lehrstück überhand nimmt.

iffr2008: Of Monster Mode

Of Monster Mode (Ishii Yuya, 2007, Japan) ist einer von vier Spielfilmen, die Ishii Yuya letztes Jahr gemacht hat. Alle Leute in diesem Film drehen etwas am Rad und schalten ab und an in den Monster Mode. Fängt an als ein Beziehungsdrama, Ein Ehepaar hat seinen Sohn verloren und vor allem die Frau kommt mit der Realität nicht zurecht. Ihr Mann ist innerlich kalt geworden und wendet sich von ihr ab.

Dann wird der Film zu einem Lehrstück darüber zu welchen monsterhaften Taten eine Frau mit Verstopfung imstande ist.

Der Saal war ausverkauft, ca 500 Leute, zu grossen Teilen normales Freitagabend-Kinopublikum (erkennbar an den Nachos) und obwohl der Film zum Teil etwas schwer verdaulich war, sind nur eine Hand voll Leute während der Vorstellung abgehauen.

iffr2008: The Cabinet of Dr. Ramirez

The Cabinet of Dr. Ramirez (Peter Sellars, 1991, USA) lehnt sich nicht nur im Titel an einen Klassiker des expressionistischen Stummfilms, The Cabinet of Dr. Caligari (1920), an. In diesem Remake wird kein Wort gesprochen, die Tonspur besteht nur aus gruselig klingenden Chorälen und Orchestermusik.

Bei Dr. Caligari wird durch schräge Dekors eine surrealistische Atmosphäre erzielt, bei Dr. Ramirez ist New York das schräge Dekor. Alle Bewegungen sind extrem verlangsamt und werden oft obsessiv wiederholt.

Die Handlung ist schwer wiederzugeben, anscheinend geht es um den Kontrast zwischen den Börsenmaklern, ganz oben in der Hierarchie und Obdachlosen ganz unten. Einer der Obdachlosen bringt andere Obdachlose unter seine Kontrolle und lässt sie Morde ausführen. Später stellt sich heraus, dass dieser Mann der Leiter eines Sanatoriums ist (Dr. Ramirez?).

Auf jeden Fall schön anzusehen und zu hören, wenn auch sehr weird. Mikhail Baryshnikov spielt einen der Obdachlosen, Sandy aus “The OC” einen der Börsenmakler und Joan Collins spielt die Frau mit den Reh-im-Scheinwerferlicht-Augen.

The Cabinet of Dr. Caligari gibt es übrigens in voller Länge auf Google Video.

iffr2008: Amazing Story

Amazing Story (Kobayashi Masahiro, 2003, Japan): Mein zweiter Film von Kobayashi. Dieser ist anscheinend Teil einer Serie von Filmen von verschiedenen Regisseuren über Männer, die eine aus der Entfernung angebetete Frau entführen um mit ihr ein perfektes Leben zu beginnen.

In diesem Film entführt ein junger Mann die (verheiratete) Friseurin eines verschneiten Dörfchens und nach anfänglicher Panik scheint sie sich ganz wohl in ihrem neuen Leben zu fühlen. Dann bekommt der junge Mann Zweifel an der ganzen Sache und sucht den Ehemann seiner Angebeteten auf.

Ein seltsames Beziehungsdrama über Einsamkeit, Besessenheit und Schicksal.

PS: Kobayashi war wieder anwesend, um seinen Film anzukündigen. Echt ein lustiger Typ. Schade, dass mir sein Filme nicht so richtig gefallen wollen.

iffr2008: REC

REC (Jaume Balagueró, 2007, Spanien) ist eine spannende Doku über die Feuerwehr von Barcelona.

…ach nee. Eigentlich ist es ein exzellent gemachter first-person-perspective-Horrorfilm. Altbewährtes Horrorfilmrezept, mit katalonischer Verve zubereitet. Hab noch nie einen Saal, vollbesetzt mit 1000 Leuten so kreischen hören.